Frankreichs Regierung wollte noch vor Weihnachten eine, sagen wir mal, einschränkende Urheberrechtsrichtlinie durchsetzen (Ich regte mich auf). Jetzt ist das ganze im Parlament erst mal gescheitert - unter anderem daran, dass die Parlamentarier auf breiter Front das Gegenteil von dem wollten, was die Regierung plante. Wie heise und SpOn berichten sind die Parlamentarier eher Freunde eine Kultur-Flatrate. Das heißt für einen festen Preis würde für die Internetnutzer P2P-Filesharing und Ähnliches vollkommen legal.
Ein Geniestreich! So zeigt ein Parlament seiner Regierung, dass sie nicht machen kann, was sie gerne will. Und auch wenn jetzt die Musikindustrie natürlich jammert: Im Prinzip ist eine Kulturflatrate die bessere Alternative gegenüber einer DRM-verseuchten Zukunft mit einer Privatkopie auf Gnaden der Industrie. Natürlich muss man dafür sorgen, dass die Künstler ihr Geld kriegen. Aber die exorbitanten Preise für kommerzielle CDs oder Musikdownloads auf heutigem Level sind deutlich übertrieben. Und ich boykottiere die MI ja schon länger.
Gepostet von OnisanT um 01:19 PM. Kategorie: Politisches
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heise berichtet über ein Gesetz, das in Frankreich im Eilverfahren kurz vor Weihnachten durchs Parlament geschleust werden soll. Es setzt die EU-Urheberrechtsrichtlinie von 2001 um, geht aber weit darüber hinaus. Nicht nur soll, wie hierzulande, Software verboten werden, die Kopierschutzmaßnahmen knackt sowie das Knacken an sich. Außerdem soll vor allem "Software für die Übertragung kopiergeschützten Materials ohne die Integration von Wasserzeichen oder DRM verboten werden". Das heißt in der Konsequenz, dass das halbe Internet bzw. die dafür benutzen Programme wie Browser, Mailclients, FTP-Clients oder Chatprogramme verboten wären. Ich vermute was der französische Gesetzgeber eigentlich verbieten will ist P2P-Software, aber mit diesem Rundumschlag wird quasi alles verboten, das ungefilterten Zugriff auf das Internet zuläßt.
Programmierer freier Software in Frankreich wurden auch schon darauf hingewiesen, dass ihre Software per Definition diesen Einschränkungen nicht gerecht werden kann. Schließlich kann man, wenn man den Quelltext hat, eventuelle Filter mit genügend Fähigkeiten selbst entfernen. Lobbygruppen in Frankreich fordern sogar einen generellen "Bann" freier Software.
Ich habe momentan Befürchtungen, dass unsere heutige Zeit wenn ich ein alter Mann bin als chaotische aber freie Zeit gesehen werden wird, wenn die Content-Industrie die Bevölkerung erst vollkommen im Bann hält und das Internet von freier Meinungsäußerung weiter entfernt ist als je. Dazu passt auch diese Meldung von heise:
Urteil: Heise haftet auch ohne Kenntnis für Forenbeiträge