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This is the archive for June 2006

Tuesday, June 20, 2006

Die Polizei von LA will lautlose, unbemannte Drohnen einsetzen (SpOn). An sich schlimm genug, dass damit die Überwachung in der Art ausgebaut wird, dass man nicht mal mehr merkt überwacht zu werden. Der Gipfel ist aber die folgende Aussage der Polizei:

"Sie sollten sich keine Sorgen darüber machen, von ihrer Regierung ausspioniert zu werden", sagte Sid Heal. "Heutzutage können sie nirgendwo mehr hingehen, ohne dass eine Kamera darüber wacht, ob sie sich in einem Geschäft aufhalten oder eine Straße entlang spazieren."


Das ist eine Abkehr von der bisherigen Argumentation. Bisher hieß es, die Überwachung sei nicht schlimm, weil sie nicht allgegenwärtig sei und nur gegen Terroristen und Verbrecher eingesetzt werde. Jetzt haben wir den Punkt erreicht, an der es mit der Überwachung schon so schlimm ist, dass zusätzliche Maßnahmen auch keinen Unterschied mehr machen. Jedenfalls wenn es nach der Polizei in LA geht.

Tuesday, June 06, 2006

Eigentlich wollte ich die WM ja weitestgehend ignorieren, nachdem ich mich im Vorfeld über personenbezogene RFID-Eintrittskarten, Lobbyarbeit für Bundeswehreinsatz im Inneren usw. schon genug aufgeregt hatte. Leider ist es einem nicht vergönnt, solche "Events" zu ignorieren, wenn man sich nicht monatelang vollkommen von der Außenwelt abschotten will. Was ich jetzt aber doch wieder interessant war (lies: was mich wieder mal aufregt) ist der Schutz, der der US-amerikanischen Nationalmannschaft in Hamburg zugute kommt (Telepolis dazu).
Der Bus der Amis ist der einzige Teambus ohne Nationalitätenkennzeichen. Das hilft natürlich nicht viel, man kann ihn durch das halbe dutzend Polizeiwagen mit Blaulicht als Vor- und Nachhut auch so gut von normalen Reisebussen unterscheiden. Auch sind die Amerikaner mitten in der Innenstadt untergebracht, was natürlich auch durch Sicherheitskräfte aufgewogen werden will, schließlich ist eine vielfrequentierte Fußgängerzone nicht leicht abzusichern. Dazu gibt es zum Glück Spezialeinheiten in den USA, die sich damit auskennen. Die fliegt man dann halt ein, bewaffnete Ausländer in der Innenstadt sind ja heutzutage nichts Ungewöhnliches.
Beim Trainingsgelände der Amerikaner trauen sich die Anwohner dagegen nicht mehr, ihre Kinder auf die Straße zu lassen. Angst vor terroristischen Anschlägen? Keineswegs, Angst vor den Massen an Polizei und Armee, die das Wohngebiet "absichern".
Ich sehe ja noch ein, dass Terroranschläge auf diese Mannschaft vereitelt werden sollen. Aber muss man sie denn wirklich demonstrativ in der Hamburger Innenstadt unterbringen? Und kann man die Rechnung über immerhin 8,8 Mio. Euro nicht wenigstens teilweise der FIFA zuschicken?